Train Road Systems

Bayerische Staatszeitung vom 29. Juni 2001

Die 30 bis 50 Meter lange Quick train unit (QTU), herstellbar von Flugzeug- wie von Rollfahrzeugbauern und auf Gummireifen oder aber Gummireifen plus Schienenräder mit Diesel oder Strom fahrend, soll ein "Flugzeug ohne Flügeln " hinsichtlich Optik, Leistung und Komfort sein, so Häussler, und dadurch für Autofahrer attraktiver als Bahn oder Bus sein.

Der Vorschlag eines Ingenieurs

"Zugstraßen" statt Verkehrschaos

Der Kemptener Dipl.-Ing. Dipl.-Kfm. Wilhelm Häussler setzt auf umweltschonendes Gesamtverkehrskonzept

Staus in Innenstädten und auf Autobahnen, Chaos in der Luft und Milliardenfehlinvestitionen in eine Bahn, die beim Transport wie beim Personen(nah)verkehr an Boden verliert: Auto und Lkw, Eisenbahn und Flugzeug müssen gebündelt, dafür ein unaufwendiger und "unintelligenter", weil umso kostengünstiger Fahrweg geschaffen werden. Ausgehend von dieser Idee skizziert der Kemptener Dipl.-Ingenieur und Dipl.-Kaufmann Wilhelm Häussler "Train road systems", denn "die Trennung von Bahn und Auto ist für beide Verkehrssysteme verhängnisvoll". Aus der bereits begonnenen Bündelung von Bahn und Autobahn in Verkehrskorridoren müsse eine Integration werden.

Die Train road-Idee weist jedem Verkehrsträger die ihm gemässe Funktion zu: dem Auto die Kurzstrecke bis 100 km, der Bahn die Mittelstrecke bis 1600 km, dem Flugzeug die Langstrecke, statt dass angesichts der weiter anwachsenden Waren und Personenströme mit alten Methoden und knappen Mitteln in der überkommenen und gescheiterten Form eine landschaftsbe einträchtigende Verkehrspolitik betrieben wird. Eingeführt werden kann sie laut Häussler langsam, da sie vorhandene Systeme nicht behindert, sondern ihnen neue Zukunftsperspektiven eröffnet.

Das gesamte System wird dieser Idee zufolge auf den 46 Meter breiten, zehnspurigen "Auto-/Lkw-/Bahntrassen" als den Strecken (Train road) und auf "Flughäfen" als den "Bahnhöfen" (Train road centers), die wie Flughäfen auszubilden sind, abgewickelt. Integriert werden Quick train unit-Verladung von Pkw (doppelstöckig) und Lkw (Huckepack) oder Containerbetrieb. Die Fläche bedienen nur noch Pkw, Bus, LkW; S-, U- und Trambahnen sind system konform. Außerdem soll es noch drei Fernflughäfen geben.

Das entscheidende Plus aus Sicht von Häussler: Das Train road-System verlange vergleichsweise niedrige Fahrwegekosten, was entscheidend ist angesichts der gewaltigen Milliardensummen, die für einen "bedarfsgerechten", zudem viele Landschaften gewaltig beeinträchtigenden parallelen Ausbau von Schiene und Straße kalkuliert werden.

Während die Gesamtkosten für ICE- und Autobahn-Neubaustrecken bei 10 bis 50 bzw. 10 bis 20 Mio. DM pro Kilometer liegen, rechnet Häussler für einen Kilometer neu gebaute Train road, die auf in die Fahrzeuge integrierte intelligente Technik setzt und selber darauf verzichtet, 15 bis 27 Mio. DM: eine Einsparung von 5 bis 42 Mio. DM/km.

Das Train road-System, das System der integrierten "Bahnstraße", führe zu einem wirtschaftlichen Verkehrssystem.
Beatrix Körner

Train-Road-System

Die 46 Meter zehnspurige Train road mit einem 3,5 Meter breiten bepflanzten Mittelstreifen, der zugleich als Rohrtrasse dient und bedienbar ist mit der Help unit (TRHU), einem innovativen Rettungsgerät, das den reibungslosen Betrieb und die Sicherheit im Verkehr auf der Autobahn (für schnelle Pkw bzw. Lkw/Bus und langsame Pkw) und der in der Regel abgesenken, fünf Meter breiten Quick train unit-Trasse gewährleistet.

Quelle: Bayerische Staatszeitung, 29. Juni 2001

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